Peter Helfenstein Collanos im neuen Buch von Markus Albers (German)

August 12th, 2008 by Peter Helfenstein

“Morgen komm ich später rein - für mehr Freiheit in der Festanstellung”

Zwischen 70.000 und 80.000 Stunden im Leben verbringt der Durchschnittsmensch am Schreibtisch. Doch mitten in der Wissensgesellschaft arbeiten wir mit Strukturen aus der Industriegesellschaft: Abgesessene Kernarbeitszeit und exzessive Überstunden gelten als Beweis für “echtes” Engagement. Der volkswirtschaftliche Verlust durch Langeweile und Ineffizienz im Job ist enorm.

Die Lösung dieses Dilemmas liegt für Markus Albers, Autor des Buches “Morgen komm ich später rein - für mehr Freiheit in der Festanstellung”, das am 14. August um Campus-Verlag erscheint, in einer verspielten, flexiblen und mobilen Arbeitsauffassung - nennen wir sie Easy Economy. Albers: “Gehen Sie tagsüber ins Kino, spielen Sie mit ihren Kindern, integrieren Sie Hobbys und Freunde in Ihren Tagesablauf, der bislang nur vom Berufsleben geprägt war. So wird aus der Festanstellung eine Freianstellung. Wir werden es erleben - das Ende des Büros, wie wir es kennen.”

Buch: Morgen komm ich später rein

Auch Collanos kommt in “Morgen komm ich später rein” vor. Über ein Interview zwischen ihm und mir schreibt der Autor:

Peter Helfenstein erklärt u.a. die Vorteile der ortlosen Arbeitsweise, nämlich Mobilität und Globalisierung, Effizienzsteigerung, Sparpotenziale, der Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften weltweit und die zusätzliche Nähe zu Kunden überall auf der Welt dank neuer Kommunikationskanäle. Technologie sieht Helfenstein dabei nicht als Ursache, sondern als Werkzeug, Unternehmensbedürfnisse zu befriedigen, die vorher bereits existierten: ‘Wir müssen in der Lage sein, mit jedem, jederzeit, von überall arbeiten sowie flexibel, günstig und zeitverzugslos mit unseren Kunden und Ansprechpartnern kollaborieren zu können. Durch die Globalisierung und den immer stärkeren Wettbewerb wird 9-to-5 eine Illusion, ein Wettbewerbsnachteil.’ Die New Economy sei zwar ein Technologie-Hype gewesen, so Helfenstein. In dieser Zeit hätten die technologischen Möglichkeiten mehr geboten als die Kunden wollten: “Aber heute haben Unternehmen, Mitarbeiter und Konsumenten die Vorteile der Globalisierung, der Mobilität und Flexibilität erkannt. Nun braucht es die Technologien, dies zu nutzen.”

Dazu bedürfe es zum Teil auch eines anderen Mitarbeitertypus:”Extrovertierte Persönlichkeiten, die den Kontakt nach aussen aktiv suchen, dadurch motiviert werden, können besser mit solchen Modellen umgehen. Für mich ist es deshalb nicht verwunderlich, wenn in den USA die Adoption schneller vor sich geht.”

Durch Flexibilität, Mobilität und Homeoffice falle natürlich die informelle Kommunikation, das Zusammentreffen in der Kaffeepause, der Raucherecke, oder beim Mittagessen nahezu weg, so Helfenstein: “Dies kann die Identifikation mit Team und Firma reduzieren und muss entsprechend durch gezielte Massnahmen kompensiert werden, wie Teamnachmittage, Arbeit an einem Standort mit allen, oder Videotechnologie, die wie eine Gegensprechanlage alle Mitarbeiter weltweit permanent verbindet.” Physische Trennung könne zwar durch stärkeres virtuelles Zusammenkommen kompensiert werden. “Man muss sich allerdings zwischendurch doch mal sehen”, so Helfenstein. “Die Amerikaner besuchen uns regelmässig für eine bis zwei Wochen in der Schweiz, die Schweizer die Mitarbeiter von den USA bis Indien: Es hält etwa drei Monate, danach werden die Missverständnisse bei der Kommunikation wieder grösser.”

Der Campus-Verlag schreibt über ‘Morgen komm ich später rein’: “Dieses Buch birgt ein Versprechen. Es lautet: Sie müssen nicht so weiterarbeiten wie bisher. Und dieses Buch möchte eine Vision vermitteln. Dass wir dank moderner Technik und eines Wandels gesellschaftlicher Werte freier und selbstbestimmter arbeiten werden als die Generation unserer Eltern. Dass wir dabei keine Abstriche im Job machen müssen, was Leistung und Karriere angeht. Sondern im Gegenteil Kollegen und Vorgesetzten produktiver, gelassener und souveräner begegnen. Dass wir endlich Beruf und Freizeit auf eine Weise vereinen können, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schien. Und dass wir so vielleicht - ganz automatisch - zu glücklicheren Menschen werden.”

Und Dr. Wilhelm Bauer vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, sagt dazu: “Mit dem Notebook im Café oder im Garten sitzen - kann das Arbeit sein? Mit der ‘Easy Economy’ skizziert Markus Albers eine Arbeitswelt, die durch grosse Freiheiten für Festangestellte sowie durch Kreativität und Motivation gekennzeichnet ist. Die im Buch skizzierten Entwicklungen sind nachhaltig und unumkehrbar. In der Retrospektive werden wir von einer Revolution der Arbeit sprechen.

Markus Albers ist Politologe und Journalist. Er lebt als freier Autor in Berlin und berichtet für Zeitschriften wie Vanity Fair und Monocle aus aller Welt. Zuvor schrieb er für stern und SPIEGEL, das SZ-Magazin sowie die Welt am Sonntag. Zuletzt arbeitete er als geschäftsführender Redakteur der deutschen Vanity Fair. Seine eigene Arbeitsbiografie wechselte stets zwischen festen und freien Beschäftigungen, das Thema seines Buches ist damit auch ein Lebensthema.

http://www.freianstellung.de
http://www.markusalbers.com

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